Montag, 24. Februar 2014

In Topplers Land




Mit dem Untertitel: Die Landhege - Streifzüge durch das ehemalige Rothenburger Landgebiet ,  gibt das Buch In Topplers Land einen recht unterhaltsamen Überblick über das Gebiet von 226 Mühlen, Weiler und Ortschaften. Das Taubertal mit den unterschiedlichen Formen, den Wiesengründen der oberen Tauber, den engeren Muschelfelsen zu der Doppelbrücke hin und den Teilansichten weiter nach Creglingen. Ein Gebiet von Adelhofen über Kirchberg an der Jagst bis Wörnitz, die alle zum Herrschaftsgebiet der Reichsstadt gehört haben. Im Alten Reich nur von den Territorien der Reichsstädte Nürnberg und Ulm übertroffen, wurde dieses große Gebiet im wesentlichen in der Herrschaftszeit von Rothenburgs Bürgermeister Heinrich Toppler gest.1408, erworben. Als er 1376 erstmals Bürgermeister in Rothenburg wurde, hatte die Stadt kaum Landgebiet, als er starb war das Rothenburger Territorium größer als das Nürnbergs.

Seit Napoleon gehört der größere Teil zu Bayern, der kleinere Teil zu Württemberg, Die Landesgrenze und die entsprechenden Ausrichtungen versperren heute immer noch den Blick auf das Ganze und das Buch wirkt dem auf eine erfrischende Weise entgegen. Es enthält gut lesbare, allgemeine Beiträge von Horst Brehm, Karl Borchardt, Bernhard Mall und Richard Schmitt über den Naturraum, den Kulturraum, die Mühlen - hier ein Link zur Weißenmühle, die Vor- und Frühgeschichte, die Entstehung des reichsstädtischen Landgebietes bis 1500 und die Folgewirkungen bis ins 20. Jahrhundert hinein. In den Ortsbeschreibungen wird die Geschichte der Siedlungen und ihre Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten kurz und prägnant dargestellt. Man kann da immer wieder durchblättern und einzelne Beschreibungen lesen, nachschlagen um sich auf Rundgänge vorzubereiten und so das Rothenburger Umland besser kennenzulernen. 

Im Württembergischen findet man da Orte wie Herrenzimmern, Wildentierbach, Finsterlohr, Seldeneck, Michelbach an der Lücke, Reubach, Brettheim, Musdorf oder Gammesfeld. Im Bayerischen verlocken die Beschreibungen vom Burgstall Obernordenberg oder des sechs Meter tiefen Quelltopfs "Bodenloses Loch" bei Unteroestheim zu einer Fahrt oder Wanderung. Die Ortsartikel sollen dazu anregen, bei Fahrten oder Wanderungen im Rothenburger Land die Schönheit unserer Heimat sowie die schon seit langem bekannten und vor allem die weniger spektakulären Stellen der Landwehr wieder zu entdecken. Das Buch wirft auch die Frage auf, ob Rothenburg bei einer anderen Grenzziehung als 1803, sich zu einer Stadt von größerer Bedeutung entwickelt hätte? Nun, der Band ist reich bebildert, mit vielen Karten und Zeichnungen sinnvoll ergänzt, auch das Profil der Landhege, die Ansicht der Wallgraben-Anlage wird beschrieben. Ich kann dieses Buch jedem an Rothenburg's Geschichte Interessiertem empfehlen.  

Dieses regionalgeschichtlich bedeutsame Werk ist den Mitgliedern des Verein Alt-Rothenburg als Jahresgabe zugegangen und ist im Handel, in den Rothenburger Buchhandlungen oder beim Verein Alt-Rothenburg e.V. erhältlich. Die Gebundene Ausgabe hat 151 Seiten und ist vom Verlag Delp'sche Verlagsbuchhandlung in einer 1.Auflage im November 2009 herausgebracht worden. Das Buch kostet 9,50 Euro und hat die ISBN 978-3-7689-0276-2

 

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