Posts mit dem Label Rezensionen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rezensionen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 15. März 2014

Roman: Die Seelengespielin

The book is a contemporary novel, but it takes the reader into a superstitious, God-fearing time and works with contrasts, with the change in different epochs.

Das Buch ist ein Gegenwartsroman, es nimmt aber den Leser mit in eine abergläubische, gottesfürchtige Zeit und arbeitet mit Kontrasten, mit dem Wechseln in verschiedene Epochen. Viel Historisches kommt ins Spiel und schafft dadurch eine Verbindung der realen Geschäftswelt zu der historischen Vergangenheit unserer Stadt. Die Heldin wird quasi von der Stadt infiziert, durch ihren Liebreiz und ihre Lieblichkeit, so wie auch ’Amelie’ Romantisches liebt. Im Aufsteigenden Nebel am Talhang zur Tauber sitzend, schaut sie auf Kobolzell und spürt dem Geheimnis des ’Kopflosen schwarzen Ritters’ nach. Sie ist eine, die hinter jedem Mauerritz Geheimes wittert, hat das in ihren Genen und fragt sich, ob es wohl das Henkersblut in ihr sei dass sie immer wieder im Kriminalmuseum die Arbeitsgeräte ihres Vorfahren ansieht. Die Menschen waren um ihr Seelenheil besorgt in einer Welt, in der Köpfe rollten und Tötungen im Namen der Heiligen Dreifaltigkeit geschahen. Anschließend präsentiert er die heutige Welt und geleitet den Leser an brisante Plätze, wie die global vernetzten Finanzmärkte, wo an Dinge wie Seelenheil kein Gedanke verschwendet wird, wo die Köpfe aber durchaus auch heute noch rollen können, für Geld, Reichtum und Macht halt. 

Foto: Blick auf Rothenburg mit dem Kobolzellertor und den Hängen der Tauberriviera im Winter, wo sich Amelie gerne aufhält.

Hinter dem Buchtitel verbirgt sich also der Ort selbst, die Seelengespielin ist Rothenburg ob der Tauber und er erhält eine Stimme und hält Zwiesprache mit seiner Hauptakteurin Amelie, eine junge Frau die insofern außergewöhnlich ist, als sie sich Meisterin der Gegensätze nennt. Als Findelkind am Kloster, dem heutigen Reichsstadtmuseum abgelegt, wuchs sie als ’Sozialfall’ auf, fühlt sich ihren Vorfahren nahe und hält Zwiesprache mit ihrer Stadt, der Seelengespielin. Sie wird von der Stadt aufgefordert ihre Schätze zu zeigen, aber auch ihre dunklen Seiten nicht zu verschweigen. Die Seelengespielin hat eine unglaubliche Macht über das Waisenkind. Es geht los mit der ’Einstimmung’, vieles wird wiederholt und in verschiedenen Stimmungen gebracht, aber bei dem Waffendeal am Strafturm kommt dann etwas 007-Spannung auf und ab dem ’Findelkind’ wird dann klar dass Amelie, in der einen wie in der anderen Welt zuhause ist und der Roman zeigt dann anhand von Beispielen, was das magische am Mittelalter und an Rothenburg ist. Die Vorfahren Amelies, wegen ihres Handwerks einstmals allesamt 'Unehrenhafte', vererbten ihr den Hang zum Aberglauben, genauso wie die roten Haare, trotzdem ist sie aber in der realen Welt zuhause.



Sie arbeitet zeitweise in einer Gärtnerei, kommt bei Gartenarbeiten außerhalb mit dem Nachfahren des zu Unrecht geköpften Freiherr von Winterhausen in Kontakt und hat Alpträume. Eines Nachts sieht Amelie ihren Vorfahren das Richtschwert schwingen und die erstarrten Augen des abgeschlagenen Kopfes verfolgen sie und führen sie zu dem Nachkommen des Gerichteten. Dessen Vorfahren, und mit ihnen der Gerichtete, hatten maßgeblichen Anteil am Dornröschenschlaf der Stadt, wie es heißt, den sie wohl berechnet bis heute schläft. Sowohl des Freiherrn als auch Amelies Blick zerren etwas an die Oberfläche, das beiden Unbehagen bereitet. Jeden auf seine Art, sie meidet ihn aber er ist trotz des Unbehagens von ihrer Schönheit angetan. Amelie lässt seine Annäherungsversuche unbeantwortet, er beobachtet sie, recherchiert über sie und erschreckt sie hinterhältig in der Henkermaske am Abend auf einer Bank an der Tauber-Riviera. Er treibt ein böses, perfides Spiel mit ihr, stellt ihr Bild wirkungsvoll neben einer mittelalterlichen Hinrichtungsszene platziert ins Internet und schreibt, die Abgebildete, Hexe und Henkerstochter in einem, wäre zu besehen. Zusammen mit den Hinrichtungsutensilien ihrer Sippe wäre sie da zu sehen, wo sich das Mittelalter bis heute gehalten hat, nämlich in Rothenburg ob der Tauber. Bericht & Fotos: © Leo Wirth

Das wirkt und die Anfragen nach Hexenführungen im Fremdenverkehrsamt häufen sich. Die Fantasien sind schnell geweckt in den Köpfen und treiben wild ihre Blüten.
Zumal, wenn es sich um einen altertümlichen Ort wie diesen handelt. Amelie, einstmals als Baby von ihrer Mutter ausgesetzt wegen deren Scham über ihre Herkunft, hat mit ihren inzwischen zweiunddreißig Jahren ein starkes Selbstbewusstsein aufgebaut. Sie toppt die ihr angedachte Verunglimpfung, indem sie sich als 'moderne Hexe' gibt und zu ihren Vorfahren steht. Amelie kommt den Fantasien der extra Angereisten sehr gerne nach. Ohne Scheu zeigt sie ihnen die Folterinstrumente ihrer Vorfahren, die im Kriminalmuseum vor Ort in Augenschein genommen werden können. Äußerst effektvoll vermarktet sie dabei – quasi als ein Gesamtkunstwerk - den mittelalterlichen Ort. Immer wenn sie in Bedrängnis gerät, hilft ihr die Seelengespielin und gewährt Einblick in den Geist der Menschen von damals. Sie kommt aber auch all denen zu Hilfe, die sich für die Stadt und ihre Vergangenheit interessieren.


Der Roman zeigt mit dem Beispiel Rothenburg, dass Romantik und Nostalgie nach wie vor hoch im Kurs stehen und was Mittelalter heute noch bewirken kann, wenn die Fantasie richtig mitspielt. Die Autorin Anne Schneider wurde in Rothenburg ob der Tauber geboren, wie man erfährt und wuchs auf dem Bauernhof ihrer Eltern auf. Seit Anfang der Siebzigerjahre bis vor kurzem lebte sie in der Nähe von Frankfurt am Main und arbeitete dort als Finanzwirtin. Das Buch ist für Rothenburger interessant weil sie die meisten Orte der Handlung kennen und für Besucher hilfreich um romantische Winkel gezielt aufzuspüren und mit den Erzählungen in Verbindung zu bringen. Insgesamt ist der Roman eine gute Werbung für Rothenburg und ist auf jeden Fall zu empfehlen. Foto: Die Burgtoranlage mit dessen Turm Amelie Zwiesprache hält.


Das Buch mit dem Titel: Die Seelengespielin, mit dem Untertitel: Ein Roman um das weltbekannte Rothenburg ob der Tauber ist unter ISBN: 978-3-86850-497-2 , im Verlag: tredition.de zum Preis: eBook € 6,99  Print-Book 19,49 mit 333 Seiten , zu beziehen bei www.tredition.de  , oder in den Buchhandlungen in Rothenburg.

 

 
Report & Photos © Leo Wirth in Rothenblog at Pinterest at Maps

 


Dienstag, 25. Februar 2014

Raubritter Eppelein von Gailingen und seine Zeit


                               

Von der Gestaltung und dem Inhalt her gut gemacht, ich hätte mir nur ein paar Bilder, Stiche als Ergänzung der Handlung gewünscht, z.B. das vom Eppelein auf der Burg kurz vor den Sprung, das wir aus dem Lesebuch der Nachkriegszeit kannten und bestaunten. Auch etwas mehr Erzählstil eventuell, aber der Autor ein Journalist, hat akribisch und chronologisch genau alle Details nach Sachgebieten, bestimmten Themen aufgelistet und so eine Art Nachschlagewerk über den Eppelein geschaffen. Im Vorwort heißt es: “Mit seinem tollkühnen Sprung über die Nürnberger Burgmauer und den weitklaffenden Graben ist er auch nach 700 Jahren noch in aller Erinnerung: Eppelein von Gailingen, Nürnbergs „abgesagter Feind“, der in Romanen, phantasievollen Berichten, zahlreichen Gedichten, ja sogar nach einer Volksoper, der wildeste und gefährlichste der Raubritter gewesen sein soll, die im Spätmittelalter der freien Reichsstadt zugesetzt haben“.

Bei Wikipedia findet man weitere Infos zu Eppelein und ein Bild, das ihn im Gefängnis zeigt. Im Grunde kämpfte der Eppelein gegen das Verkommen des Ritterstandes in Armut und gegen die zunehmende Macht der Fürsten und Städte. Werner Schoger schreibt: “ Eppelein überfällt Wagenzüge, legt sogar in der Stadt Brand, erpresst Lösegeld, betreibt Straßenraub, und seine Händel mit den verhassten „Pfeffersäcken“ finden kein Ende. Dabei ist Eppelein von keckem Übermut, von schnellem Witz, ist pfiffig und hinterlistig, erweist sich als Meister der Waffen und ist im Sattel unschlagbar. Doch diesen Ritter aus der üppig wuchernden Sage hat es nie gegeben“. 




So beginnt der Autor Werner Schoger das nun erschienene Buch, das sich mit dem Leben dieses legendären Raubritters befasst von dem uns Kindern gesagt wurde, er stamme aus Gailnau bei Rothenburg ob der Tauber. Da war er auch und soll der Sage nach eine Burg gehabt haben von deren verfallenen Resten noch unterirdische Gänge bis nach Waltersdorf und Diebach führen sollen. Aber die Vermischung der verschiedenen Namen der Geschlechter wie: Gailing, Geiling, Gailink, Geyling und die vielen Stammsitze, scheinen der Grund zu sein für die Verwirrung und die vielen Deutungsweisen über diesen Ritter. Der Autor Werner  Schoger hat einiges zusammengetragen und richtig gestellt in seinem Buch " Raubritter Eppelein von Gailingen und seine Zeit ". Ein Leben zwischen Dichtung und Wahrheit. 2008 im Degener Verlag Insingen erschienen, mit ca. 200 Seiten und einigen farbigen und schwarz-weißen  Abbildungen, im Festeinband unter ISBN: 978-3-7686-9314-1 zu beziehen im Handel oder auch Online beim Verlag. Ein Newsletter mit den Neuerscheinungen kann ebenfalls im Internet auf der Website des Verlags abonniert werden. Foto: Buchtitel, Cover. 


Wie man nun erfährt, ist das historisch belegbare Vorbild des Eppelein von Gailingen der Eckelein Gailing, dessen Geschlecht im 14. Jahrhundert in Röllinghausen und Illesheim unweit von Windsheim ansässig war und der vermutlich um 1310/11 auf Burg Wald bei Gunzenhausen geboren ist. Nun, Röllinghausen an der Aisch war die Stammburg der Gailings, in der der ’Eppele’ seine Kindheit verbracht hat. Zum Eppelein Festspiel geht’s hier. Und man liest im Buch und das wird durch Urkunden, die ihn als Zeugen in Rechtsgeschäften ausweisen belegt, sie benennen ihn als Bürgen, geben Kunde von Belehnungen mit Land, Höfen und Zehnten. So genau hatte man das bisher nicht gewusst und wahrgenommen, die Fakten weniger gekannt. Überhaupt ist das Geflecht schwer zu durchschauen, der Eppelein der Sage und der Eckelein der Geschichte kann nur durch Vergleichen der Fakten einigermaßen verständlich werden. Wie Werner Schoger berichtet, kommt es 1369 dann zu einem gewaltsamen Bruch in diesem geordneten Lebenslauf. Eckelein Gailing wird wegen einer Gewalttat vom Nürnberger Landgericht in die Acht geschrieben. Er kann sich daraus nicht mehr lösen, wird dann zwölf Jahre lang gehetzt und gejagt, vom Nürnberger Burggrafen verfolgt, ficht als Vasall der Hohenlohe bei deren Fehde gegen den Nürnberger Fürsten, wird aber im Friedenschluss 1375 vom Lehnsherrn preisgegeben. Sechs Jahre noch, bis 1381, währt der Widerstand des Eckelein. Dann wird er ergriffen und am 15. Mai in Neumarkt in der Oberpfalz grausam hingerichtet.
Ein Link zu den Eppelein Festspielen: http://www.eppelein-festspiel.de/


"Sie hatten ihn gefangen, mit Spießen und mit Stangen, den Gailingen von Eppelein, das war ein Jubeln und ein Schrein....," so beginnt ein beliebtes Gedicht über den berühmten Raubritter Eppelein von Gailingen, das wir in der Schule lernten und gerne aufsagten. Nun, Eckelein Gailing tat etwas gegen Unrecht und gegen die Ausbeutung der unteren Schichten, er hat sich vergeblich gegen Unrecht und lawinenartig wachsende Fürstenmacht gestemmt. Das hat ihn wahrscheinlich so beliebt gemacht. Gut im Sattel musste er sein, um seinen weitverteilten Besitz zu halten und ganz schön rumgekommen ist er in Franken von Illesheim über Windsheim, Seinsheim, Stettberg, Erlbach/Herrieden bis Gunzenhausen, Ellwangen. So an die 100 Km in der einen und ca. 50 Km in der anderen Richtung. Weil der Illesheimer Stammsitz größer war als der in Röllinghausen, lebten die Gailings meist da und eine Tochter Dorothea des letzten Gailing heiratete den Götz von Berlichingen, den Ritter mit der eisernen Faust. Das Gedicht und Beschreibungen zu Eppelein, sowie die Esskultur des Mittelalters findet man bei Ritteressen.de. In der fränkischen Ritterschaft, bei seinen adligen Zeitgenossen, hat Eckelein Unterstützung und Hilfe gefunden. “Es ist schon aufregend mitzuerleben, wie aus diesem Eckelein Gailing der Eppelein von Gailingen der Sage geworden ist“, meint der Autor und “wie der auf seinem ständischen Fehderecht fußende Ritter zum dreisten, raubenden Schnapphahn umgedichtet wird und wie sich der zollersche Burggraf aus seiner üblen Rolle stiehlt und die Stadt Nürnberg bereitwillig, geradezu kokett, in diese hineinschlüpft“.

Foto: Das Wappen der Ritterfamilie Gailing. © Degener-Verlag und ein Link zur Website: http://www.degener-verlag.com/


Die Geschichte des Eppelein hat schon was, zieht jeden in seinen Bann und der Gang auf die Nürnberger Kaiserburg, um den Hufabdruck in der Sandsteinmauer zu sehen und mit den Fingern abzutasten ist immer wieder ein Erlebnis, auch nachdem man weiß dass der Sprung nie stattfand. Allein die Vorstellung dass es so gewesen sein könnte, reicht aus um die Fantasie voll spielen zu lassen, in Romantik zu träumen. Bewundernd staunt man, wie der Eppelein gefesselt und aufs Pferd gebunden vom Galgen auf die Mauer und über den unheimlich breiten Graben in die Freiheit springen konnte. Ein Beitrag über den Fränkischen-Ritter im Weblog Rothenblog mit etwas fränkischem Einschlag. Neu war mir auch, dass der Eppelein ja bis zu seinem 60sten Lebensjahr ein friedlicher, untadeliger Ritter war, dann in die Acht kam und mit 66 Jahren erst zum verwegenen Raubritter wurde. Ein Volksheld und ein verwegener Reiter, der mit seinen wahnwitzigen Reiterstücken bei Fluchten zu einem Teufelsreiter gemacht wird. Noch vor seiner Ergreifung und Gefangennahme überspringt er acht längs aufgestellte Heuwagen, bleibt am neunten hängen und stürzt. Es gibt viele Rätsel und fehlende Belege um das Leben des Eckelein, die auch der Autor nicht restlos klären kann. Aber jetzt weiß man etwas mehr über die Hintergründe, die Familiengeschichte und die politischen Verhältnisse jener Zeit, nachdem man das Buch gelesen hat und ich kann es jedem an Geschichte interessierten und Eppelein-Fan empfehlen.  

Ein Link zur Familie Geiling und den Treffen: http://www.geilings.com/ und zu einer Fränkischen Variante im Blog  


Report & Photos © Leo Wirth in Rothenblog at Pinterest at Maps


Fotos vom >> Burggarten Rothenburg << eine schöne Anlage wo früher die Alte Burg stand

Der Eppelein im Rothenblog >> Eppelein von Gailigen << ein fränkischer Ritter bei Leo Wirth


 
  

Montag, 24. Februar 2014

In Topplers Land




Mit dem Untertitel: Die Landhege - Streifzüge durch das ehemalige Rothenburger Landgebiet ,  gibt das Buch In Topplers Land einen recht unterhaltsamen Überblick über das Gebiet von 226 Mühlen, Weiler und Ortschaften.

Das Taubertal mit den unterschiedlichen Formen, den Wiesengründen der oberen Tauber, den engeren Muschelfelsen zu der Doppelbrücke hin und den Teilansichten weiter nach Creglingen. Ein Gebiet von Adelhofen über Kirchberg an der Jagst bis Wörnitz, die alle zum Herrschaftsgebiet der Reichsstadt gehört haben. Im Alten Reich nur von den Territorien der Reichsstädte Nürnberg und Ulm übertroffen, wurde dieses große Gebiet im wesentlichen in der Herrschaftszeit von Rothenburgs Bürgermeister Heinrich Toppler gest.1408, erworben. Als er 1376 erstmals Bürgermeister in Rothenburg wurde, hatte die Stadt kaum Landgebiet, als er starb war das Rothenburger Territorium größer als das Nürnbergs.

Seit Napoleon gehört der größere Teil zu Bayern, der kleinere Teil zu Württemberg, Die Landesgrenze und die entsprechenden Ausrichtungen versperren heute immer noch den Blick auf das Ganze und das Buch wirkt dem auf eine erfrischende Weise entgegen. Es enthält gut lesbare, allgemeine Beiträge von Horst Brehm, Karl Borchardt, Bernhard Mall und Richard Schmitt über den Naturraum, den Kulturraum, die Mühlen - hier ein Link zur Weißenmühle, die Vor- und Frühgeschichte, die Entstehung des reichsstädtischen Landgebietes bis 1500 und die Folgewirkungen bis ins 20. Jahrhundert hinein. In den Ortsbeschreibungen wird die Geschichte der Siedlungen und ihre Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten kurz und prägnant dargestellt. Man kann da immer wieder durchblättern und einzelne Beschreibungen lesen, nachschlagen um sich auf Rundgänge vorzubereiten und so das Rothenburger Umland besser kennenzulernen. 

Im Württembergischen findet man da Orte wie Herrenzimmern, Wildentierbach, Finsterlohr, Seldeneck, Michelbach an der Lücke, Reubach, Brettheim, Musdorf oder Gammesfeld. Im Bayerischen verlocken die Beschreibungen vom Burgstall Obernordenberg oder des sechs Meter tiefen Quelltopfs "Bodenloses Loch" bei Unteroestheim zu einer Fahrt oder Wanderung. Die Ortsartikel sollen dazu anregen, bei Fahrten oder Wanderungen im Rothenburger Land die Schönheit unserer Heimat sowie die schon seit langem bekannten und vor allem die weniger spektakulären Stellen der Landwehr wieder zu entdecken. Das Buch wirft auch die Frage auf, ob Rothenburg bei einer anderen Grenzziehung als 1803, sich zu einer Stadt von größerer Bedeutung entwickelt hätte? Nun, der Band ist reich bebildert, mit vielen Karten und Zeichnungen sinnvoll ergänzt, auch das Profil der Landhege, die Ansicht der Wallgraben-Anlage wird beschrieben. Ich kann dieses Buch jedem an Rothenburg's Geschichte Interessiertem empfehlen.  

Dieses regionalgeschichtlich bedeutsame Werk ist den Mitgliedern des Verein Alt-Rothenburg als Jahresgabe zugegangen und ist im Handel, in den Rothenburger Buchhandlungen oder beim Verein Alt-Rothenburg e.V. erhältlich. Die Gebundene Ausgabe hat 151 Seiten und ist vom Verlag Delp'sche Verlagsbuchhandlung in einer 1.Auflage im November 2009 herausgebracht worden. Das Buch kostet 9,50 Euro und hat die ISBN 978-3-7689-0276-2

 

Dienstag, 18. Februar 2014

Patrizier und Ehrbare.

Die Wappen im Geschlechterbuch des Johann Friedrich Christoph Schrag (1703-1780) zu Rothenburg ob der Tauber.

 

Als Herausgeber des Buches fungieren Prof. Dr. Karl Borchardt und Dr. Helmut Möhring, mit Unterstützung der Stadt und des Vereins Alt-Rothenburg. Vom Verlag Bauer und Raspe in Insingen, einem Spezialisten auf diesem Gebiet erarbeitet und von dem Verleger Dreiss konnte das Buch in die Reihe der Ergänzungen zu Johann Siebmachers Großem Wappenbuch aufgenommen werden. Gut gemacht ist, dass Abbildung und Kommentar immer auf derselben Seite sind und so der Leser sieht um was es sich handelt. Wie man weiß, wird der „Schrag“ am häufigsten nachgefragt im Stadtarchiv Rothenburg. Die zwei durch Johann Friedrich Christoph Schrag Mitte des 18. Jahrhunderts zusammengestellten Foliobände bieten auf über 1500 Seiten genealogische Informationen zu etwa 130 führenden Familien der Stadt ab dem Spätmittelalter“.

Zugänglich gemacht wird auf diese Weise eine wichtige Quelle zur Stadtgeschichte Rothenburgs, meint der Herausgeber. Und führt weiter aus: “Da die in Rothenburg ratsfähigen Geschlechter Heiratsverbindungen hatten zu angesehenen Familien in anderen Städten Frankens und weiterer deutscher Landschaften, deren Wappen Schrag ebenfalls zeichnete, dürfte unser Buch über Rothenburg hinaus Aufmerksamkeit erregen“. Das ist mit Sicherheit so und wenn man diese Publikation durchblättert, die 402 Wappenzeichnungen aus dem Stadtarchiv Rothenburg sieht, ist man erstaunt mit welcher Genauigkeit und Sorgfalt der Schrag die Vollwappen und die Wappen der Ehepartner angefertigt hat. Erschlossen werden die Wappen nach Familiennamen, Orten, Berufen und heraldischen Dingen.

   
Der >>> Link zum Degener-Verlag


In Rothenburg gibt es viele Wappen an öffentlichen und privaten Gebäuden, auf Grabdenkmälern, Gemälden, Gläsern, oder Gebrauchsgegenständen, die man häufig nicht genau kennt, die man aber mit Hilfe Schrags identifizieren kann, das ist ein Vorteil des Buches. Der “Schrag“ bietet aber nur eine Auswahl von dem was ist und andere Angaben zu Ursprüngen in Rothenburg ratsfähiger Familien wirken bei Schrag glaubwürdig, sie lassen sich unter anderem durch die ab 1480 erhaltenen Bürgeraufnahmebücher im Stadtarchiv bestätigen. Die bekannte Familie Staudt in der Herrngasse z.B., die einzig heute noch in Rothenburg bestehende Patrizierfamilie, haben ihr Stammwappen im Jahre 1700 erweitert, und zwar um das Wappen der ausgestorbenen Stürzel, einen Löwen mit gestürztem Trinkbecher in der Pranke. Nicht alle Rothenburger Wappen und Darstellungen bei Schrag sind zuverlässig meint der Autor, aber man kann auf manches neue Detail stoßen.


Das >>> Wappen der Stadt << am Rathauserker



Report & Photos © Leo Wirth in Rothenblog at Pinterest



Ein Eindruck vom >> Schäfertanz in Rothenburg << bei einer Aufführung am Marktplatz



 

Montag, 17. Februar 2014

Rothenburg in Wehr und Waffen



Das ist der Titel eines Buches, das 1920 in erster Auflage erschien und 1926 in zweiter Auflage gedruckt wurde, es kam nun in einer dritten Auflage neu heraus. Dieses Buch ist fast schon als Standartwerk über Rothenburg o.T., seine Wehranlagen und seine Geschichte zu bezeichnen. Der Autor Karl Friedrich Heller ( 1862-1922 ) , ein Rothenburger aus der Burggasse, hat hier sein fundiertes Wissen über die Planung und den Bau der großen Verteidigungsanlagen zusammengetragen. Anschaulich erklärt, mit vielen Zeichnungen und Tabellen verständlich gemacht, beschreibt er ausführlich auch die Aufgaben der Bürger die Wache hielten und die Stadt verteidigten 



"Rothenburg ob der Tauber in Wehr und Waffen" von Karl Heller, wurde vom Verlag Degener u. Co. in Insingen neu aufgelegt und vom Verein "Alt-Rothenburg" seinen Mitgliedern empfohlen und zugänglich gemacht. Ein Gewinn für alle an Rothenburgs Geschichte Interessierten und eine sinnvolle Ergänzung der bekannten Publikationen. Das Buch soll der Beginn einer neuen Reihe "Rothenburg-Franken-Edition" sein, wie es im Vorwort heißt. Nun, das Buch ist mir lange bekannt und ans Herz gewachsen, konnte ich doch ein Exemplar der Erstausgabe im antiquarischen Buchhandel erwerben. Umso mehr freut es mich, dass es nun wieder regulär zu kaufen ist, denn es eignet sich auch hervorragend als Geschenk.

Das Titelbild zeigt einen Büchsenmeisterkorporal aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, die Zeit in der das berühmte Festspiel vom Meistertrunk spielt und in dem die von Karl Heller beschriebenen Verteidigungsanlagen eine große, entscheidende Rolle spielten. In seinem Kapitel "Geschichtliche Rückblicke" erinnert er an die Eroberung durch Tilly und die Bürgerbeteiligung bei der Verteidigung der Stadt. Der Link zum Verlag ist Unten ,von dem man auch einen Newsletter beziehen kann.
Zum Ensmble der Röderbastei gehört >> Der Wehrerker << ein interessantes Verteidigungsbauwerk


Karl Heller: Rothenburg ob der Tauber in Wehr und Waffen (Rothenburg-Franken-Edition Bd. 1). 2007. Nachdruck der Ausgabe von 1926, XIV, 133 und 24 unpaginierte, meist Bildseiten, Festeinband. ISBN: 978-3-7686-9313-4   


Genealogie & Heraldik >> Degener-Verlag << in Insingen mit Programm und Newsletter


Die >> Widmannstraße in Rothenburg << ist nach dem Musiker Erasmus Widmann benannt und ist von der Schlachthofstraße aus zu erreichen. Gleich nebenan ist das neue >> Marktzentrum Rothenburg << im ehemaligen Schlachthofgebäude .